Veränderungen bei der Beatport Group: Beatsource vor Aus?

Konstantin von Glinski
Geschäftsführer vonglinski.com
veröffentlicht:
09
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09
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2025

zuletzt aktualisiert:
02
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02
.
2026

Die Ankündigung dürfte so einige Professionals in der Branche verwundert haben: Beatport, DER Store für digitale Downloads elektronischer Musik, nimmt überraschend "Open Format"-Genres in den Katalog auf; Hip-Hop, R&B, Pop, Latin, Caribbean und African kommen dazu.

Neben dem Fakt, dass sich Beatport den Wünschen und Ansprüchen der "Open Format"-DJs öffnet und zukünftig Musik anbietet, die (selbst im allgemeinen Empfinden) keine elektronische Musik ist und somit das Image des spezialisierten "Nischen"-Stores aufgibt, ergeben sich allerdings Spekulationen darüber, ob der eigentliche Open-Format-Store der Beatport Group "Beatsource" (als Joint-Venture mit DJCity) zukünftig noch eine Daseinsberechtigung hat.

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Als Beatport (*) 2004 gelauncht wurde lag der Fokus bereits klar auf elektronischer Musik. Wenig später folgten erste Kooperationen mit Herstellern von DJ Hard- und Software. Schnell hat sich Beatport als DIE Destination für Downloads elektronischer Musikgenres etabliert, kaum ein moderner DJ kennt Beatport nicht.

Zur Beatport Group gehören neben dem eigenen Downloadstore Beatport auch der Downloadstore Beatsource (JV mit DJCity), der Blog Beatportal, sowie das Musik-Discovery-Tool LabelRadar und die Plattformen Loopcloud und Plugin Boutique, die sich vorrangig an Musikproduzenten richten.

Und genau der Umstand, dass Beatport erst 2019 die Zusammenarbeit mit dem Record-Pool DJCity (*) angekündigt hat, einem weiteren Urgestein im Bereich des digitalen Musikvetriebs, um einen Shop für gängige "Open Format"-Genres aus dem Boden zu stampfen, jetzt durch eine Erweiterung des Katalogs diese eigentlich ausgelagerten Genres in Beatport zu integrieren, während man als Partner einen weiteren Shop mit ebendiesen Genres betreibt, spricht für einen großen Erfolg des Joint Ventures (bis hier hin); Was passiert aber in Zukunft mit Beatsource, wenn die Konkurrenz aus dem eigenen Unternehmensverbund kommt und Beatport die mit Abstand bekanntere Ladenfront und ein größeres Angebot bietet?

Die auf Beatsource angebotenen Genres (African, Country, Dance, DJ Exclusives, Hip-Hop, Latin, Pop, R&B, Reggae & Dancehall, Rock) werden zukünftig, bis auf Country, DJ Exclusives und Rock, auch auf Beatport zu finden sein - Reggae & Dancehall wird auf Beatport gebündelt unter "Caribbean" zu finden sein, Dance ist bereits im Katalog vorhanden. Dabei werden die neu erhältlichen Genres African, Caribbean, Hip-Hop, Latin, Pop, R&B in einer neuen Obergruppe, nämlich "Open Format", separat gebündelt. Alle bereits vorhandenen Genres laufen ab sofort unter "Electronic".

Die erst kürzlich neu entwickelte "DJ Exclusives"-Kategorie auf Beatsource bildet damit nun das wichtigste Alleinstellungsmerkmal für den vergleichsweise kleinen Shop. Dabei handelt es sich um Beatsource-exklusive und "inoffizielle" Remixe / Edits die von Star-DJs erstellt werden und über ein spezielles Lizenzmodell rechtlich abgedeckt sind.

Laut Beatport geht es mit Beatsource wie gewohnt weiter - eine Einstellung des Services sei nicht geplant.

Die Chancen für ein Ende sehe ich persönlich auch garnicht so groß, denn DJCity wird ein starkes Interesse an der Weiterführung des Stores haben - sofern der Store so gut läuft wie man es durch Beatports Genre-Expansion vermuten könnte. Außerdem sind die "DJ Exclusives" ein starkes Argument für Beatsource - hier sitzt aber DJCity am längeren Hebel, da das Konzept und die Lizenzierung von Remixen und Edits eher auf Know-How von DJCity beruhen dürfte.

Zudem sind unter der Marke Beatsource in der jüngsten Vergangenheit auch eine große Anzahl nennenswerter Reviews, Tech Talks sowie Cross-Promotion für DJCity produziert worden, was ein nahes Ende von Beatsource unwahrscheinlich macht - und wenn doch stehen die Chancen sehr gut, dass DJCity seine neu gewonnene Erfahrung nutzt, um auf eigene Faust einen Store zu betreiben.

Ergänzung vom 15. Oktober 2025:

Beatsource bietet nun eine kleine Auswahl der besten DJCity Exclusives, Remixes und Edits der letzten 20 Jahre zum Kauf und Streaming an.

zur "DJcity Exclusives" Playlist

Ergänzung vom 19. November 2025:

Nach DJCity Exclusives sind nun auch ausgewählte Titel aus dem Pool von Direct Music Service (DMS) auf Beatsource zum Kauf und Streaming verfügbar. Damit baut Beatsource die Exclusives-Sparte weiter aus und nutzt damit wie erwartet das Know-How im Bereich "Exclusives" und Edits, um sich weiter als relevanten Store für DJs zu etablieren.

zur "DMS Exclusives" Playlist

Quellen:

Instagram Post @beatportofficial

Beatportal: Why Beatport Is Adding Open-Format Genres

Beatportal: CEO - Embracing New Genres

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